Einzelhaft

Bei ihrer Anlieferung bei Covance, werden die meisten Affen geradewegs in einzelne im Gebäudeinneren befindlichen Quarantänekäfigen verbracht, wo sie über einen Zeitraum von zwei bis 4 Wochen Tag für Tag isoliert voneinander verbringen. Diese Käfige sind nur 60 cm hoch, 40 cm breit und 40 cm tief.

Danach werden die Affen zu »Versuchs«-käfigen gebracht. Hier werden ihnen einige wenige cm mehr zugestanden – 80 cm hoch, 60 cm breit und 60 cm tief für die meisten der Langschwanz-Makaken und 90 x 70 x 70 cm für die Rhesusaffen und einige der größeren Langschwanz-Makaken. Gemäß der EU Gesetzesrichtlinien ist dies nicht mehr als das absolute Minimum an empfohlener Käfiggröße.

Auch, wenn man die Richtlinien außer acht lässt, gibt es keinen Zweifel, dass die Unterbringung in solch winzigen vergitterten Einzelzellen eine schwerwiegende Entmündigung und Entrechtung der Tiere darstellt. In ihrem natürlichen wilden Lebensraum ist ihr Wohnraum in der Regel 200 bis 400 Hektar groß. Gruppen können jeden Tag mehrere Kilometer zurücklegen.

Jedoch hier bei Covance werden sie in winzigen Metallgefängnissen eingeengt gehalten, wo tagein, tagaus ihre einzige »Abwechslung« die Entnahme zwecks Anwendung erschreckenden Prozeduren ist.

Langschwänzige Makaken sind die zumeist auf Bäumen lebende Art der Makaken-Spezies, die ihre Zeit zumeist in den Bäumen verbringen und ausschließlich in tropischen Regionen heimisch sind. Sie sind hochsoziale Tiere, die in gemischten Gruppen von mehreren Männchen und mehreren Weibchen von zehn bis zu über 100 Mitgliedern leben. Dieser Familienverband bleibt das ganze Leben über bestehen, und es entstehen starke soziale Bindungen.

Sie haben eine abwechslungsreiche, natürliche Ernährungsweise, die hauptsächlich aus Früchten besteht. Gelegentlich gehören auch Insekten, Vogeleier und tierische Beute dazu. In Freiheit verbringen sie ihre meiste Zeit mit Nahrungssuche; männliche Langschwanz-Makaken können 45% ihrer Zeit mit Nahrungssuche und 13% mit Nahrungsaufnahme verbringen. Wenn sie gerade nicht auf Nahrungssuche sind, verbringen sie viel Zeit mit Putzen, eine sowohl soziale als auch praktische Aktivität, die für den Zusammenhalt und das Gemeinwohl der Gruppe wichtig ist.

Das Leben bei Covance stellte einen herzzerreißenden Kontrast zu ihrer reichhaltigen und vielfältigen Waldheimat dar. Nicht nur, dass die meisten dieser armen Tiere auf winzigem vergitterten Raum völlig isoliert voneinander sind, auch die Käfige selbst bestehen komplett aus Metallgittern. Es waren keine Äste in den Versuchskäfigen, in denen die überwiegende Mehrheit der Langschwanz-Makaken untergebracht waren, lediglich kalte Metallstangen zum Sitzen. Der einzige erbärmliche Ansatz für eine Verbesserung der Umgebung einiger Affen war ein winziges Holzstückchen und gelegentlich ein Plastikknochen.

Die Käfige waren in zwei Etagen in langen Reihen in Räumen ohne jegliches natürliches Licht aufgesetzt. Für Tiere, die normalerweise aktiv und beweglich sind, war absolut kein Platz, um sich zu bewegen und keinerlei Beschäftigungsmöglichkeit. Sogar schwangere Weibchen wurden unter diesen erbärmlichen Bedingungen gehalten und dazu gezwungen, die Geburt auf den kalten Metallstäben der Käfigböden zu vollziehen.

Es überrascht nicht, dass diese tristen, reizlosen Bedingungen zu einem stereotypen Verhalten bei manchen Affen führen, die sich in wiederholtem monotonen Schaukeln, Kreisen und Hin- und Herspringen äußern (klassische Symptome von psychischen Störungen). Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes durch Langeweile und Entbehrungen in den Wahnsinn getrieben.

© 2003 Text + Fotos: covancesucks.com

© 2004 der deutschen Übersetzung: N. Tierce für tierversuchsgegner.org